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Staking & Backing bei der WSOP: So funktioniert das System

Wer bei der WSOP spielen will, braucht nicht immer das volle Buy-in aus eigener Tasche. Staking und Backing öffnen Türen – doch das System hat seine Tücken.

Staking & Backing bei der WSOP: So funktioniert das System

Was bedeutet Staking ĂĽberhaupt?

Jeder, der schon einmal durch die Turnierhallen des Rio oder des Horseshoe in Las Vegas geschlendert ist, kennt das Bild: Spieler, die sich vor dem Eingang die Hände schütteln, kurz ihre Handys zücken und dann entspannt zur Kasse marschieren. Hinter diesem harmlosen Moment steckt oft ein komplexes finanzielles Arrangement – ein sogenanntes Stake.

Beim Staking bezahlt eine andere Person – der sogenannte Backer – ganz oder teilweise das Buy-in für einen Turnierspieler. Im Gegenzug erhält der Backer einen vorher vereinbarten Anteil am möglichen Gewinn. Das klingt simpel, ist in der Praxis aber eine eigene kleine Wissenschaft.

Der klassische Deal: Wie die Aufteilung funktioniert

Das häufigste Modell ist ein sogenanntes „50/50-Chop": Der Backer übernimmt das gesamte Buy-in, und wenn der Spieler Geld verdient, werden die Gewinne fifty-fifty geteilt. In der Realität gibt es jedoch unzählige Varianten:

  • Teilstakes: Der Spieler selbst trägt einen Teil des Buy-ins, der Backer den Rest – die Gewinnbeteiligung wird entsprechend angepasst.
  • Makeup: Verliert der gespielte Spieler ĂĽber mehrere Turniere hinweg, häuft sich ein sogenanntes „Makeup" an – ein Schuldenstand, der zunächst ausgeglichen werden muss, bevor der Spieler wieder eigene Gewinnanteile erhält.
  • Staking-Pakete: Insbesondere bei der WSOP werden häufig ganze Pakete verkauft, die mehrere Turniere oder sogar eine gesamte Serie umfassen.

Was ist Markup – und warum ist er so umstritten?

Hier wird es für viele Neulinge verwirrend. Wenn ein Spieler Anteile an sich selbst verkauft – also quasi sein eigenes Staking organisiert –, setzt er oft einen sogenannten Markup an. Das bedeutet: Wer zehn Prozent an einem 10.000-Dollar-Event kaufen möchte, zahlt nicht einfach 1.000 Dollar, sondern beispielsweise 1.200 Dollar. Der Spieler rechtfertigt diesen Aufschlag mit seiner bisherigen Erfolgsbilanz, seinem Ruf im Poker oder seinem Wissen über die jeweilige Turniervariante.

Ein Markup von 1,2 bis 1,5 gilt unter etablierten Pros als akzeptabel. Alles darüber hinaus sorgt in der Community regelmäßig für hitzige Diskussionen. Wer einen unfair hohen Markup verlangt, riskiert nicht nur seinen Ruf, sondern macht sein Angebot schlicht unattraktiv.

Warum machen Backer das ĂĽberhaupt?

Die ehrliche Antwort: Poker-Staking ist für den Backer langfristig in den meisten Fällen kein Gewinngeschäft. Die Varianz im Turnierpoker ist brutal. Selbst herausragende Spieler haben oft jahrelange Durststrecken.

Trotzdem zieht das System Menschen an – aus verschiedenen Gründen:

  • Zugang zum Geschehen: Wer einen erfolgreichen Spieler backt, sitzt quasi mit am Tisch. Der soziale Faktor ist nicht zu unterschätzen.
  • Diversifikation: Wer mehrere Spieler gleichzeitig backed, verteilt sein Risiko – das Prinzip ähnelt einem Portfolio.
  • Echte Gewinnchancen: Ein einziges Main-Event-Final-Table kann alle vorherigen Verluste wettmachen und deutlich mehr.
  • Vertrauen und Friendship: Viele Backing-Deals entstehen zwischen Freunden, Trainingsgruppen oder Poker-Coaches und ihren SchĂĽlern.

Worauf sollte man als Spieler achten?

Wer zum ersten Mal einen Backing-Deal abschlieĂźt, sollte einige Dinge sehr ernst nehmen:

Schriftlich festhalten. Ein Handschlag mag in der Pokerwelt romantisch klingen, aber sobald es ums Geld geht, ist ein klares schriftliches Dokument unverzichtbar. Welche Turniere sind eingeschlossen? Wie wird Makeup berechnet? Was passiert bei einem Disqualifikationsszenario?

Makeup-Regeln genau verstehen. Niemand beginnt gerne ein WSOP-Sommer mit negativem Makeup aus dem Vorjahr. Wer die Berechnungsmethode nicht kennt, kann schnell in eine Situation geraten, in der er viele Turniere gewinnen muss, bevor er selbst einen Cent sieht.

Reputation des Backers prüfen. Leider gibt es in der Szene auch schwarze Schafe – Backer, die bei einem Gewinn plötzlich nicht mehr erreichbar sind oder kreative Berechnungen anstellen. Empfehlungen aus dem eigenen Netzwerk sind Gold wert.

Als Backer: Die wichtigsten Fragen vor dem Deal

Wer auf der anderen Seite des Deals steht und selbst Spieler finanzieren möchte, sollte sich ebenfalls gut vorbereiten:

  • Welche nachweisbaren Ergebnisse hat der Spieler in vergleichbaren Turnieren erzielt?
  • Wie verhält er sich unter Druck? Ist er bekannt dafĂĽr, die Strategie beizubehalten oder zu kippen?
  • Wie wird das Makeup ĂĽber mehrere Pakete hinweg verwaltet?
  • Gibt es transparente BuchfĂĽhrung ĂĽber alle Ergebnisse?

Genau hier kommt ein strukturiertes Tracking-System ins Spiel. Mit einer App wie MTTrack kann ein Spieler alle seine Ergebnisse übersichtlich dokumentieren – ein klarer Vorteil bei Gesprächen mit potenziellen Backern, die natürlich wissen wollen, mit wem sie es zu tun haben.

Die Moral der Geschichte: Transparenz schlägt alles

Das Staking-System ist ein fester Bestandteil der WSOP-Kultur – und das wird sich auch nicht ändern. Es ermöglicht talentierten Spielern, an Events teilzunehmen, die sie sich sonst nicht leisten könnten, und gibt Investoren die Möglichkeit, am Pokerboom zu partizipieren.

Doch das System funktioniert nur, wenn beide Seiten ehrlich miteinander umgehen. Klare Vereinbarungen, offene Kommunikation und sorgfältige Buchführung sind keine Bürokratie – sie sind der Kitt, der gute Backing-Beziehungen zusammenhält.

Wer seinen eigenen Weg durch den WSOP-Sommer plant – ob mit Backer, mit eigenem Bankroll oder als Mischung aus beidem – sollte von Anfang an den Überblick behalten. MTTrack hilft dabei, Turnierergebnisse, Buy-ins und Gewinne sauber zu erfassen, damit du jederzeit weißt, wo du finanziell stehst. Gerade wenn Makeup im Spiel ist, ist diese Transparenz kein Nice-to-have, sondern absolut essenziell.

Die WSOP ist groß, laut und voller Möglichkeiten. Wer vorbereitet reingeht, hat die besten Chancen – egal ob im Spiel oder beim Deal davor.

Auf MTTrack

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